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Die Idee
Kulturhistorisch einmalige Klosteranlagen, Burgen, historische Mühlen, Trachten aber auch Mundartdichtung, das alles und vieles mehr wird genannt, wenn nach den Kulturgütern einer Region gefragt wird. Doch wie ist es mit philosophischen Werken und Gedanken? Können auch sie zu Vertretern eines regionalen Kulturraumes werden? Sicher nicht im selben Maße wie dies für lokale Bräuche, Baustile oder Wirtschaftsweisen der Fall ist. Aber dennoch: Weil auch sie das soziale, historische und kulturelle Milieu ihrer Schöpfer und damit den Kultur- und Landschaftsraum deren Wirkens spiegeln, deshalb darf auch philosophischen Werken ein Bezug zum regionalen Leben und Wirken ihrer Schöpfer, ja zur betreffenden Region selbst nicht abgesprochen werden.
Der Freiburger Cartoonist Christoph Härringer weiß dies schon lange. Seit Jahren gestaltet er Postkarten, auf denen all die Kulturgüter zu sehen sind, die der Besucher Freiburgs klischeehaft mit der Schwarzwaldmetropole und ihrem Umland verbindet: Kuckucksuhren, Bollenhüte, das Freiburger Münster, Bauernstuben, Kirschtorten und – man höre und staune – Sein und Zeit, das Hauptwerk von Martin Heidegger. (Die Postkarte, auf die wir Bezug nehmen, zeigt ein nachdenklich auf dem Rücken liegendes Wildschwein – eines der protagonistischen Schwarzwaldtiere aus Härringers Kurzgeschichten – das über eine Textstelle aus Sein und Zeit nachdenkt.) Für Härringer scheint klar: Auch “Sein und Zeit” darf nicht unerwähnt bleiben, wenn es darum geht, den Südwesten – sein Lebensgefühl und seine Denkungsart – vorzustellen.
Und, was sich von den Gedanken Martin Heideggers glaubhaft machen lässt, muss auch für andere philosophische Werke gelten, deren Autoren prägende Jahre und wichtige Schaffensphasen im alamannischen Kulturraum verbracht haben (Erasmus von Rotterdam, Meister Eckhart, Franz Rosenzweig, Edmund Husserl u.a.). Sie vorzustellen, über die regionalen Spuren ihres Wirkens zu der überregionalen, deutschen und europäischen Bedeutung ihres Denkens vorzudringen, das ist der Grundgedanke von philosophie-unterwegs.
Mit der Durchführung und Organisation einer philosophischen Spazierfahrt im Rahmenprogramm des 61. Deutschen Stiftertages in Freiburg (11.-13.05.05) nahm dieser Grundgedanke erstmals Gestalt an. „Mit Heidegger durch Freiburg und den nahen Schwarzwald“, so war die damalige Veranstaltung betitelt. Aufgrund des erfreulich großen Zuspruchs und der durchweg positiven Rückmeldungen, haben wir uns entschlossen, diese Veranstaltung zu wiederholen, das Unternehmen philosophie-unterwegs zu starten und weitere Philosophie-Touren zu planen.
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