pu macht Station: Vorträge


30.03.2008: Naturethik: Vom moralischen Wert der Natur
Veranstalter:
VHS Weil am Rhein

Der Mensch ist “an sich” wertvoll, so lehrt Kant. Doch wie ist es mit einem Baum, einer Insektenart oder einem Ökosystem? Sind solche Einheiten des Lebens nur in dem Maße wertvoll, indem sie dem Menschen bei der Verfolgung seiner Interessen nutzen, oder haben sie einen inneren, nicht verrechenbaren Wert, der es uns zur Pflicht macht, sie um ihrer selbst willen zu achten?
Der Vortrag führt in die Naturethik ein und gibt einen Überblicik über ihre wichtigsten Argumente von Albert Schweitzer bis Aldo Leopold


16.04.2008: Geist oder Gehirn: Wer bestimmt was wir tun?
Veranstalter:
VHS Emmendingen (siehe KulTour in der Rocca, Denzlingen)

Obwohl die Zweifel, die die Experimente des amerikanischen Hirnforschers B. Libet an der Existenz eines freien Willens haben aufkommen lassen, nur eine von vielen konstruktivistischen Kränkungen ist, die die naturwissenschaftliche Bewusstseinsforschung unserem Selbstbild beschert hat, haben seine Arbeiten eine neue Debatte um den Begriff der Freiheit entfacht. Was hat Libet nachgewiesen? Welche Bedeutung haben die Ergebnisse seiner Forschung für die Frage nach der Willensfreiheit und was kann Freiheit noch meinen, wenn immer mehr Denker davon überzeugt sind, dass der Mensch auch mit seinem Geist-Sein ein Kind der Natur ist?


31.05.2008: ”Denken wie ein Berg” - das naturethische Konzept der Tiefenökologie
Veranstalter:
VHS Lörrach (siehe “VHS-Forum: Tag der Philosophie”)

Der Begriff Tiefenkologie (engl. Deep ecology) wurde von dem norwegischen Philosophen Arne Naess geprägt. Er bezeichnet eine der stärksten Strömungen innerhalb der westlichen Umwelt- bzw. Naturschutzbewegung. Trotz des von Kritikern beklagten Theoriedefizits bezüglich der ethischen Rechtfertigung des aus ihrer Sicht moralisch gebotenen Naturumgangs,  ist die Tiefenökologie für viele Menschen der Königsweg zu einem nachhaltigen Naturschutz. Ihr Versuch, ökologische, kybernetische und systemtheoretische Einsichten in die komplexe Vernetztheit allen Naturgeschehens mit Hilfe spiritueller und pädagogischer Übungen auch fühlbar und erlebbar zu machen, ist wohl der Hauptgrund ihrer hohen Attraktivität. Tiefenökologen sind überzeugt: Nur dann, wenn wir fühlen, was wir wissen; nur dann, wenn das ‚neue‘ Naturverständnis der Ökologie auch dazu führt, dass unsere Weise des In-der-Welt-seins sich wandelt; nur dann, kann eines der größten Probleme naturethischer Konzeptionen gelöst werden: Die scheinbar kontingente Verbindung zwischen Verstandesurteilen über moralisch notwendige Naturschutzhandlungen und der tatsächlichen Motivation, solche Handlungen auch auszuführen. Der Vortrag macht es sich zur Aufgabe, in die Theorie der Tiefenökologie einzuführen, sie naturethisch einzuordnen und zu bewerten sowie nach der Brauchbarkeit ihrer didaktischen Methoden für die schulische und außerschulische Umwelterziehung zu fragen.